Die Grablegung von Peter Paul Rubens

Das Gemälde „Die Grablegung“ stammt aus dem Pinsel von Peter Paul Rubens und entstand 1602. Zuvor wurde die Urheberschaft des Werkes dem flämischen Maler Anthony van Dyck zugeschrieben.

Historischer Bezug

Der Künstler Peter Paul Rubens, der zu Recht als einer der brillantesten europäischen Meister des Barock gilt, arbeitete an dem Werk „Die Grablegung“ in der Zeit, als er zum ersten Mal nach Rom kam (1601-1602). In der „Ewigen Stadt“ angekommen, erhielt der Maler den Auftrag, drei Gemälde anzufertigen, um die Kapelle St. Helena in der Basilika des Heiligen Kreuzes in Jerusalem (eine andere Bezeichnung ist die Kirche des Heiligen Kreuzes in Jerusalem) zu zieren. Später, 1606-1608, erhielt der Maler den Auftrag, ein Altarpolyptychon zu malen. Die Arbeit bestand darin, das Innere der Kirche Santa Maria in Vallicella, auch bekannt als Neue Kirche, zu schmücken.

In der römischen bildenden Kunst des ersten Jahrzehnts des 17. Jahrhunderts hinterließ Rubens bedeutende Spuren. Dabei erinnern viele Details in den von ihm geschaffenen Meisterwerken an das Schaffen von Tizian, der den Maler bewunderte. Wie das Gemälde „Die Grablegung“ in die Kunstsammlung der Borghese Galerie gelangte, bleibt ein Rätsel. Es ist nur bekannt, dass es später als andere im Raum Nr. 2 präsentierte Gemälde in die Schatzkammer der berühmten Fürstenfamilie gelangte. Die erste offizielle Erwähnung des Werks von Rubens steht im Zusammenhang mit dem Erbfall (Fideicommissum) von 1833. In den Dokumenten dieser Jahre wird Anthony van Dyck als Autor des Gemäldes angegeben.

Die Leinwand wurde auf beiden Seiten erweitert, möglicherweise aufgrund des größeren Rahmens.

Beschreibung des Werks

Das im Vordergrund dargestellte Grab mit dem Leichnam des gekreuzigten Christus gleicht äußerlich einem mit Flachreliefs geschmückten antiken Sarkophag. Auf der einen Seite der Marmorkonstruktion sieht man deutlich die trauernde Figur am

Altar, auf der anderen Seite gibt es viele Details, die von einem Opfer zeugen. Auch die daneben liegenden Nägel und der Dornenkranz weisen auf die Erlösungstat des Gottessohnes hin.

Analyse des Werks

Rubens interpretierte das christliche Verständnis der Menschwerdung, nämlich der Vereinigung von göttlicher und menschlicher Natur nach dem Bilde Christi, auf höchst ungewöhnliche Weise.

Er stellte den Erlöser in dem Moment dar, als er sich zwischen Tod und zukünftigem Leben im Reich Gottes befand. Die Idee des Werks wird durch eine koloristische Lösung aufgewertet: Hauttöne dominieren in der gesamten Farbpalette sowie im Hell-Dunkel.

Im Werk von Rubens ist der Einfluss der antiken römischen Skulptur deutlich zu spüren. Dies wird durch das Bild eines antiken Altars bestätigt, der an der Wand eines Marmorsarkophags und Opferszenen geschnitzt ist, die durch Hochrelieffiguren illustriert sind. Die dichte Farbentextur ist weitgehend dem Wunsch des Künstlers geschuldet, die späteren Werke Tizians nachzuahmen. Dabei erinnern eine gewisse Leichtigkeit und Rhythmik der Bilder an das Schaffen von Correggio. Die Lichtübertragung, die wie ein plötzlicher Blitz im Dunkeln wirkt, deutet auf die Rivalität zwischen Rubens und seinem Zeitgenossen Caravaggio hin, der diese künstlerische Technik meisterhaft beherrschte.

Borghese Gallery in Rome,

Autor: Sir Peter Paul Rubens

Peter Paul Rubens

Sir Peter Paul Rubens (1577-1640) gilt als der einflussreichste Maler der flämischen Barocktradition. Rubens' hoch aufgeladene Kompositionen beziehen sich auf gelehrte Aspekte der klassischen und christlichen Geschichte an. Sein einzigartiger und ungemein populärer Barockstil betonte Bewegung, Farbe und Sinnlichkeit, die dem unmittelbaren, dramatischen künstlerischen Stil folgten, der in der Gegenreformation gefördert wurde. Rubens spezialisierte sich auf die Herstellung von Altarbildern, Porträts, Landschaften und historischen Gemälden mythologischer und allegorischer Themen.