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Schwarze Jäger

Schwarze Jäger (um 1650) sind kleine steingeschnitzte Skulpturen, die mit dem Namen von Giovanni Campi identifiziert werden. Die Figuren sind Kopien der Werke von François Duquesnoy und befinden sich in der Borghese Gallerie in Rom. Die Skulpturen der schwarzen maurischen Jäger haben eine Höhe von 65 cm und sind in Raum 6 zu sehen.

Historischer Hintergrund

Die Figuren waren ursprünglich Teil der Innendekoration des Glücksspielhauses. Die auf antiken römischen Werken basierenden Schöpfungen werden durch Elemente aus buntem Stein und vergoldetem Metall ergänzt, was mit dem allgemeinen Geist der Sammlung übereinstimmt.

Wie andere Meister, die im 17. Jahrhundert in Rom arbeiteten, erhielten Duquesnoy und Campi häufig Aufträge zur Restaurierung von Skulpturen aus der Antike. Von der Zeit geschädigte, altüberlieferte Werke waren auf dem Antiquitätenmarkt selten gefragt.

Analyse der Werke

Die Statuetten „Schwarze Jäger“ waren offenbar ursprünglich als Paarstücke konzipiert, die sich gegenseitig ergänzen. Dies zeigen nicht nur die Figuren, sondern auch ihre Körperpostionen. Man ging davon aus, dass die Statuen nebeneinander in gleicher Höhe stehen sollten. Außerdem entsteht der Eindruck, dass die Augen der Mauren in die gleiche Richtung gerichtet sind.

Beide Figuren haben ihre eigenen Trophäen, und zwar Vögel, obwohl einer den Wildkadaver an einer Seite des Körpers gebunden hat und der andere andersrum. Ein Hund ist neben einem der Mauren abgebildet. Der zweite Jäger wird von einem Löwen begleitet. Die Figuren werden mit einem nackten Oberkörper dargestellt. Eine Tasche mit der notwendigen Ausrüstung hängt über die Schulter bis zur Taille.

Ein paar Worte darüber, wo sich die Figuren befanden

Im 18. Jahrhundert wurden die Statuetten „Schwarze Jäger“ in der Gladiatorenhalle ausgestellt. Die Skulpturen befanden sich neben dem von François Duquesnoy geschaffenen Werk „Bacchanal von Putti“. Dann wurden die Jäger-Figuren in Raum 3 (Apollo und Daphne) gebracht, bevor sie in Raum 6 landeten. Experten gehen davon aus, dass die Schöpfung der Statuetten nicht später als auf das Jahr 1651 datiert wird. Ein Beweis dafür sind Dokumentationsquellen, welche bestätigen, dass Giovanni Campi im Zeitraum von Juni 1651 bis Mai 1653 ein Honorar für zwei von ihm angefertigte Statuetten erhielt.

In kunsthistorischen Werken jener Zeit, die Werke beschreiben, welche die Sammlung der Borghese-Galerie enthält, wird angegeben, dass die Statuetten „schwarze Jäger“ vom Bildhauer François Duquesnoy angefertigt wurden. Diese Informationen werden jedoch von den Biographen des Meisters nicht bestätigt.

Borghese Gallery in Rome,

Autor: François Duquesnoy

Francois Duquesnoy

François Duquesnoy war ein herausragender flämischer Bildhauer, dessen Leben und Schaffen mit der "Ewigen Stadt" verbunden war. Dank der großartigen Werke des Meisters, die in Rom angefertigt wurden, war er neben Künstlern wie Alessandro Algardi (1598-1654) und dem unvergleichlichen Lorenzo Bernini (1598-1680) als einer der größten Vertreter der Barockkunst berühmt. Zu den bekanntesten Werken von Duquenois gehören die Statue des Heiligen Andreas, die 1629-1633 zur Dekoration der Kathedrale St. Peter im Vatikan angefertigt wurde, sowie die Marmorskulptur der Heiligen Susanna, die 1630-1633 zur Dekoration im Inneren der Basilika Santa Maria di Loreto in Rom geschaffen wurde. Die Werke des Meisters erwecken weniger emotionalen Eindruck als die von Bernini. Dabei ähnelt Duquesnoys künstlerischer Stil, der sich durch tiefe Dramatik auszeichnet, in vielerlei Hinsicht dem von Algardi.