Porträt eines Mannes

Das Gemälde „Porträt eines Mannes“ stammt aus dem Pinsel des sizilianischen Künstlers Antonello da Messina (1430-1479). Das Bildwerk ist eine 31 x 25 cm große, auf Holz in Öl gemalte Tafel.

Historischer Bezug

Das von Antonello da Messina geschaffene Porträt zeigt einen unbekannten Mann, dessen aufmerksamer Blick auf den Betrachter gerichtet ist. Des Werks des Meisters zeichnet sich durch erstaunliche Lebendigkeit und Realismus der Gestalt.

Dieses Gemälde ist eines der wahren Meisterwerke, die Antonello da Messina in der letzten reifen Schaffensperiode gemalt hat.
Die Hauptfigur im roten Gewand trägt schwarze Mütze – solche Kleidung wurde normalerweise von den venezianischen Patriziern getragen. Der Künstler lebte und schuf zwei Jahre lang in Venedig, in der Stadt der Kanäle, wo höchstwahrscheinlich das Porträt gemalt wurde. Jetzt ist das Werk Teil der Sammlung der Borghese Galerie. Es befindet sich im Raum Nr. 20.

Analyse des Gemäldes

Eine schwarze Kopfbedeckung (Chaperon) mit einer Kapuze mit langer, herabhängender Spitze und purpurfarbene Mäntel galten als typische Kleidung der venezianischen Adeligen. All diese Details deuten darauf hin, dass das Gemälde in der Zeit gemalt wurde, als sich Antonello da Messina in Venedig, in der Stadt auf dem Wasser aufhielt. Kunstkritiker halten das Ende des Jahres 1474 für das wahrscheinlichste Datum der Entstehung des Werkes. Außerdem bestellten wohlhabende Bürger im damaligen Venedig oft eigene kleinformatige Porträts bei Künstlern. Dunkler Hintergrund des Werks, subtiler Psychologismus bei der Übermittlung der Gestalt, insbesondere der Blick der Hauptfigur, in dem eine Portion List steckt, sind charakteristische Merkmale der Ikonographie der sizilianischen Malschule.

1611 wurde das Gemälde „Porträt eines Mannes“ angeblich in die private Kunstsammlung von Kardinal Ippolito Aldobrandini, dem späteren Papst Clemens VIII., aufgenommen.

Damals wurde die Urheberschaft am Werk Antonello da Messina zugeschrieben. Nachdem die Nichte des Kardinals, Olimpia Aldobrandini, Paolo Borghese heiratete, gelangte das Werk des Meisters in die Sammlung der fürstlichen Familie. Als 1790 eine Bestandsaufnahme der Kunstwerke in der Galerie durchgeführt wurde, machten Experten eine Annahme, dass das Porträt von Giovanni Bellini gemalt worden sein könnte.

Neuere Untersuchungen

Einige Kunsthistoriker behaupteten, dass der auf dem Porträt abgebildete Mann ein Mensch von adeliger Herkunft ist, und zwar Michel Vianello. Doch im Laufe neuerer Untersuchungen wurde diese Hypothese widerlegt. Auch die Version, dass das Gemälde Teil der Kunstsammlung von Kardinal Ippolito Aldobrandini war, wurde nicht bestätigt. Dank kürzlich durchgeführter Restaurierungsarbeiten war es möglich, die obere Schutzschicht des Gemäldes auf schonende Weise zu entfernen. Dadurch wurden die Kleidungsdetails und Drapierung der Kopfbedeckung der Hauptfigur deutlich sichtbar.

„Porträt eines Mannes“ ist eines der berühmtesten Werke von Antonello da Messina, das aufgrund seiner hohen Arbeitstechnik und seiner auffälligen Farbgebung besondere Aufmerksamkeit verdient.

Das Gemälde hat noch eine weitere erstaunliche Eigenschaft: es entsteht ein Gefühl, dass der Blick der Hauptfigur auf den Betrachter gerichtet ist, egal von welchem ​​Punkt und aus welchem ​​Winkel das Werk betrachtet wird.

Borghese Gallery in Rome,

Autor: Antonello da Messina

Antonello da Messina

Antonello da Messina (1430-1479) oder Antonello di Giovanni di Antonio, war ein italienischer Maler aus Messina, Sizilien, der während der italienischen Frührenaissance tätig war. Seine Kunstwerke sind von der frühen niederländischen Malerei beeinflusst. Es gibt jedoch keine offiziellen Beweise dafür, dass er jemals über Italien hinaus gereist ist. Giorgio Vasari behauptete, Antonello da Messina habe das Ölgemälde in Italien eingeführt. Seine Meisterwerke beeinflussten Maler in Norditalien, insbesondere in Venedig.