Tobias und der Engel

Das Gemälde „Tobias und der Engel“ (Öl auf Leinwand. Maße 120 x 160 cm) stammt aus dem Pinsel von Giovanni Girolamo Savoldo und wird auf das Jahr 1527 datiert.

Historischer Bezug

Das Gemälde wurde 1911 Teil der Kunstsammlung der Borghese Galerie. Es ist bemerkenswert, dass die Urheberschaft ursprünglich Tizian Vecellio zugeschrieben wurde. Die Werke eines der prominentesten Vertreter der venezianischen Malschule hatten einen großen Einfluss auf das Schaffen von Savoldo. Und tatsächlich ist Tizians Stil in dem Werk „Tobias und der Engel“ weitgehend zu spüren. Außerdem ließen in geistes- und kulturwissenschaftlichen Kreisen die Streitigkeiten über das Entstehungdatum des Bildes nicht nach.

Die Kunsthistorikerin und Autorin einer Reihe von Büchern über Museen und Denkmäler in Italien, Paola Della Pergola, behauptet beispielsweise, dass das Werk 1540 gemalt wurde. Die Forscherin betont auch, dass die Farbgebung und die Dominanz kalter Farbtöne an die Werke von Girolamo Romanino und die frühen Gemälde von Moretto da Brescia erinnern und die Darstellung der Natur viele Anklänge auf die Landschaftsmotive des deutschen Malers Adam Elsheimer enthält, der fast ein halbes Jahrhundert später wirkte.

Beschreibung des Gemäldes

Die Handlung basiert auf der Begegnung von Tobias mit einem Engel, die in dem Moment stattfand, als der junge Mann in den Gewässern des Tigris fischte. Beide Figuren stehen einander gegenüber. Aber trotz dieser kompositorischen Lösung verwendete Savoldo dieselbe Farbpalette bei der Darstellung der Kleidung von Heldengestalten: die dominierende Rolle spielt Rot, das mit verschiedenen Weißtönen spielt. Flügel wirken wie ein heller, greller Fleck, der sich von den dunklen Baumkronen im Hintergrund abhebt.

Kunstkritiker gehen mit großer Sicherheit davon aus, dass der Künstler den Kopf des Tobias nach dem Engelsbild im oberen linken Teil des Averoldi-Altarpolyptychons von Tizian nachgebildet hat. Das Werk erschien 1522 in der Stadt Brescia.

Analyze des Werks

Savoldos Meisterschaft liegt in der detailrealistischen Ausdruckskraft der von ihm geschaffenen Gestalten. Es ist auffallend, wie gekonnt die Figuren der Heldengestalten, die Falten der Kleidung, die Stimmung der Natur, das Blattwerk der Bäume, durch das Licht bricht, sowie die für die Hintergrundlandschaft gewählte Farbgebung übertragen werden.

In den künstlerischen Techniken des Malers ist der Einfluss des Schaffens von Leonardo da Vinci zu spüren. Das charakteristische silbrige Licht ist eine kennzeichnende Eigenschaft von Savoldos Gemälden, eine Art Markenzeichen des Meisters, die sein Werk von einer Reihe von Gemälden anderer Vertreter der venezianischen Malschule unterscheidet, wie Tizian und Lorenzo Lotto, deren Kreationen als Vorbild für den Künstler dienten.

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Autor: Girolamo Savoldo

Girolamo Savoldo

Girolamo Savoldo (1480-1485 - nach 1548), auch als Girolamo da Brescia bekannt, war ein italienischer Maler der Hochrenaissance, der hauptsächlich in Venedig, aber auch in anderen norditalienischen Städten tätig war. Er ist bekannt für seine subtile Verwendung von Farbe und Chiaroscuro sowie für die realistische Darstellung seiner meist religiösen Werke mit einigen Porträts. Es gibt ungefähr 40 Gemälde von Girolamo Savoldo, von denen sechs Porträts sind. Zu seinen Lebzeiten genoss er großen Respekt. Es wurden mehrere Kopien des Werks in Auftrag gegeben und von anderen Meistern angefertigt.

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